Risse im Mauerwerk sind eines der auffälligsten Warnsignale bei möglichen Fundamentproblemen. Sie treten häufig im Bereich von Fenstern, Türen oder an Wandübergängen auf. Ein erfahrener Bausachverständiger unterscheidet zwischen optisch unbedenklichen Haarrissen und sicherheitsrelevanten Setzungsrissen. Die Einschätzung, ob eine unmittelbare Gefahr für die Gebäudestabilität bestehen könnte, erfolgt anhand von Verlauf, Länge und Breite der Risse.
Die Entstehung von Setzungsrissen kann verschiedene Ursachen haben. Darunter zählen natürliche Bodenbewegungen, Lastumlagerungen durch Umbauten oder Materialermüdung. Es gibt typische Rissbilder, die auf eine Belastung durch Fundamentabsenkungen hindeuten. Diese zeigen sich vorzugsweise diagonal und verlaufen vom Fenster- oder Türsturz in Richtung Bodenplatte. Eine genaue Dokumentation und regelmäßige Überprüfung des Rissverlaufs ist in der Praxis ratsam.
Risse sollten, falls sie breiter oder länger werden, sachneutral überwacht werden. Technische Hilfsmittel wie Rissmonitore oder Gipsplomben liefern verlässliche Vergleichswerte über Zeiträume, ohne invasive Eingriffe. Entscheidend ist hierbei, räumlich und zeitlich begrenzt vergleichbare Bedingungen zu schaffen, um den Verlauf richtig zu bewerten. Offizielle Informationen hierzu finden sich beispielsweise im Deutschen Institut für Bautechnik.
Die Bewertung der Bedeutsamkeit eines Risses umfasst häufig auch eine Begutachtung angrenzender Bauteile. Neben offensichtlichen Schäden können vorhandene Feuchtigkeit oder Veränderungen im Oberflächenbild Hinweise auf weiterreichende Probleme liefern. Im Regelfall sollte bei Unsicherheit eine fundierte bautechnische Einschätzung vorgenommen und dokumentiert werden. Weitere Aspekte zu anderen Warnsignalen werden im nächsten Abschnitt erläutert.