Warnsignale am Fundament wie Risse oder Feuchtigkeit entstehen meist infolge von Bewegungen im Untergrund. Häufig liegt die Ursache in natürlichen Setzungsprozessen nach der Bauphase, bei denen das Gewicht des Gebäudes zu minimalen Verschiebungen führt. Auch jahreszeitlich bedingte Schwankungen des Grundwasserspiegels oder Frost-Tau-Wechsel können das Fundament beanspruchen. In Einzelfällen spielen regionale Besonderheiten wie lehmige Böden oder nahes Grundwasser eine Rolle.
Neben den natürlichen Einwirkungen haben auch bauliche Faktoren einen maßgeblichen Einfluss auf die auftretenden Warnsignale. Fehlerhafte Ausführung bei der Errichtung des Fundaments oder nachträgliche bauliche Veränderungen (z. B. Anbauten) können die Belastungsverteilung verändern. Übermäßige Belastungen durch zusätzliche Stockwerke oder schwere Einbauten können zu ungleichmäßigen Absenkungen führen. In der Praxis erfolgt die Bewertung meist individuell und unter Einbeziehung der Bauunterlagen.
Feuchtigkeit als Warnsignal entsteht oftmals durch unzureichende Abdichtung der Bauwerksabdichtung oder durch Leitungsschäden im Erdreich. Eindringendes Wasser kann die Tragfähigkeit des Fundaments verringern und damit weitere Schäden hervorrufen. Besonders bei älteren Gebäuden, die nicht nach aktuellen Abdichtungsstandards errichtet wurden, treten solche Probleme regelmäßig auf. Das Thema erfährt hohe Relevanz im Bereich der Altbausanierung.
Neben diesen zentralen Punkten können auch äußere Einflüsse wie Erdbeben oder nahegelegene Bautätigkeiten zu strukturellen Spannungen führen. Solche Einwirkungen werden meist von Experten im Rahmen einer Gutachtenerstellung dokumentiert. Es empfiehlt sich, Veränderungen am oder im Gebäude regelmäßig zu beobachten und im Zweifelsfall sachkundig bewerten zu lassen. Die nächsten Abschnitte vertiefen die Bedeutung der einzelnen Warnsignale für die Bauwerksinstandhaltung.