Die Bilanzanalyse richtet das Augenmerk auf die Struktur des Vermögens und der Finanzierung eines Unternehmens. Sie untersucht Aktiv- und Passivposten, um eine Vorstellung von der Kapitalbindung und der Eigenkapitalausstattung zu erhalten. Dabei ist das Handelsgesetzbuch (HGB) in Deutschland entscheidender Rahmengeber für die Ausgestaltung der Bilanzaufstellung.

Im Bereich der Aktiva wird häufig zwischen Anlagevermögen und Umlaufvermögen unterschieden. Während das Anlagevermögen langfristig dem Geschäft dient, steht das Umlaufvermögen für kurzfristige Mittel. Die Zusammensetzung dieser Positionen kann Hinweise auf die Investitionsstrategie und Liquiditätslage geben. Ein hoher Anteil kurzfristiger Vermögenswerte kann beispielsweise eine flexible Kapitalnutzung signalisieren.
Auf der Passivseite wird insbesondere das Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital analysiert. Die Eigenkapitalquote gilt als Indikator für die finanzielle Stabilität, wobei eine breite Streuung von Branchenstandards in Deutschland existiert. Fremdkapitalverbindlichkeiten werden zudem nach ihrer Laufzeit unterschieden, was für die Einschätzung der Refinanzierungsrisiken wichtig sein kann.
Die Bilanzanalyse erfordert in der Praxis häufig eine Beurteilung der Bewertungsmethoden und Bilanzierungspraxis. Deutsche Unternehmen unterliegen dabei teilweise unterschiedlichen Regeln je nach Größe und Rechtsform, was Einfluss auf die Vergleichbarkeit nehmen kann. Eine genaue Kenntnis dieser Rahmenbedingungen ist folglich Teil einer fundierten Analyse.