Im Zentrum personalisierter Therapieansätze steht die genaue Anpassung der Behandlung an die molekularen Eigenschaften des Tumors und die Bedürfnisse des einzelnen Patienten. In Deutschland werden zielgerichtete Medikamente und Immuntherapien zunehmend nach Vorliegen spezifischer Marker eingesetzt. Dazu zählen unter anderem sogenannte Checkpoint-Inhibitoren und monoklonale Antikörper, die bestimmte Signalwege blockieren oder das Immunsystem unterstützen, Tumorzellen anzugreifen.

Die Auswahl personalisierter Therapieoptionen folgt einem stufenweisen Prozess: Nach einer molekularen Analyse berät ein interdisziplinäres Team über die individuell geeignetste Behandlung. Die Kosten personalisierter Therapien können variieren und liegen pro Zyklus typischerweise im mittleren bis oberen vierstelligen Bereich. Viele dieser Ansätze werden im Rahmen von klinischen Studien getestet und unterliegen strengen Zulassungs- und Qualitätssicherungsprozessen.
Personalisiert heißt auch, Nebenwirkungen und Wirksamkeit gezielter vorhersagen zu können. Nicht jeder Patient profitiert im gleichen Maße von modernen Therapien. Daher erfolgen Indikationsstellung und Übernahme der Kosten häufig in ausgewählten klinischen Zentren nach aktuellen Leitlinien und Studienlagen. Versicherungen prüfen die Evidenzlage, bevor eine Erstattung erfolgt.
Beispiele für den Einsatz personalisierter Therapiekonzepte lassen sich zum Beispiel in der Behandlung von Lungenkarzinomen mit EGFR-Mutationen oder bei bestimmten Formen von Hautkrebs finden. Die Verknüpfung mit molekularer Diagnostik ermöglicht eine feinstufige Aufteilung in Subgruppen, in denen einzelne Wirkstoffe effektiver eingesetzt werden können. Die Forschung zu Wirkmechanismen und Biomarkern ist ein dynamischer Bestandteil der deutschen Onkologie.