Abwärmerückgewinnung: Funktionsweise Und Potenziale Industrieller Systeme

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Anwendungen industrieller Abwärmerückgewinnungssysteme

Die Umsetzung von Abwärmerückgewinnungssystemen findet in Deutschland vor allem in Bereichen mit hohem Wärmebedarf und stetiger Prozesswärmeentwicklung statt. Beispiele hierfür sind die Stahl-, Chemie- und Zementindustrie, wo kontinuierliche Hochtemperaturprozesse große Mengen überschüssiger Wärme freisetzen. Diese Wärme kann gezielt über Wärmetauscheranlagen in nachgelagerte Produktionsprozesse oder externe Netze eingespeist werden.

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Verschiedene Unternehmen setzen thermische Energiespeicher ein, um überschüssige Energie aus Batch-Prozessen oder zeitlich versetzten Produktionsschritten aufzufangen. In der Lebensmittelindustrie kann so etwa Backofenabwärme zwischengespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt für Reinigungs- oder Heizprozesse genutzt werden. Solche Speicher gewährleisten, dass keine Energie ungenutzt verloren geht.

Die Anbindung an Wärmenetze gewinnt ebenfalls an Bedeutung. Hierbei erfolgt der Transport der zurückgewonnenen Abwärme über isolierte Leitungen zu externen Verbrauchern wie Wohnquartieren oder kommunalen Einrichtungen. In Städten wie Hamburg oder Mannheim werden industrielle Wärmenetze bereits genutzt, um benachbarte Stadtteile mit Prozesswärme zu versorgen.

Eine kontinuierliche Optimierung der Abwärmenutzung kann zur Senkung des Primärenergiebedarfs und der CO2-Emissionen beitragen. In vielen Fällen wird jede Implementierung eines Rückgewinnungssystems auf Wirtschaftlichkeit und technische Machbarkeit geprüft, um die Energieerträge möglichst effizient zu nutzen und die Lebenszykluskosten zu minimieren.